Laut

Ich werde selten laut. Wenn ich richtig wütend bin, dann wird der Ton schärfer, die Stimme basshaltiger und leiser. An die paar Situationen in meinem Leben, in denen ich richtig brüllte, erinnere ich mich genau. Jedes Mal blieben die Zeit und meine Gegenüber erschrocken stehen. Danach lief alles so, wie ich es wollte. Diese Macht durch meine Stimme hat mich immer zutiefst aufgewühlt. Es ist so gewalttätig. Mag mich nicht, wenn ich sie anwende. So gar nicht. Und doch gibt es wohl Situationen, in denen dieser innere Kompass unter die Teppichkante flüchtet und die Stimmbänder irritierend Mächtiges von sich geben. Es ist okay. Ja, manchmal ist es okay.  

Ja doch

„Darf man die Sonne, ein Lächeln, eine Blume, den Regenbogen (Metaphern) noch genießen, wenn überall auf der Welt so ein Leid und so ein Schmerz ist?“

„Dürfen? Man muss! Warum? Aus zwei Gründen: 1. Weil dieser Genuss und die Freude daran unsere Resilienz stärken. 2. Weil es uns daran erinnert, wie schön das Leben sein kann und uns ermutigt auf allen Ebenen dafür zu kämpfen. Nur der scheinbare Widerspruch und die Gleichzeitigkeit der Wahrnehmung von Freude und Leid, Schmerz und Begeisterung, Angst und Mut, Genuss und Entbehrung, … … befähigen uns Menschen in der Reflektion zu unglaublichen Gedankensprüngen und Handlungen, zur Hoffnung und letztendlich zum Überleben.“

Egoistisch

Ganz subjektiv und egoistisch: Ich bin durchgeimpft, meide große Versammlungen, halte Abstand, trage Maske und sorge für mein seelisches und körperliches Wohlbefinden. Ermutige mein Umfeld auch dazu. Egal was die Politiker erzählen oder beschließen. Werde da in Zukunft auch wenig dran ändern.

Menschenrechte

„Sie immer wieder mit Ihren Menschenrechten, Frau Müller! Solche menschenverachtenden Ärsche wie Putin, Erdogan, Kim irgendwas, und, und, und, die haben wohl auch ein Recht auf diese Menschenrechte? Was ein Scheiß!“
 
„Ja, haben sie. Ohne Wenn und Aber. Das macht den Unterschied zwischen denen und uns. Was ein Scheiß, gell?“

Auch

Auch Bürgerkriege sind Kriege.

Die Waffenlobby macht da keinen Unterschied.

Die Flüchtenden auch nicht.

Die einen verdienen sich dran dumm und dämlich.

Die anderen sammeln Schmerz und Tränen.

Krieg

Ich sehe einen gefangenen Soldaten. So jung, so bleich, so elendig verlassen.

Schämt euch, ihr machtgeilen Herren der Welt, die ihr ihn für eure ureigenen Interessen brutal benutzt und bescheißt. Seine und eure Nationalität? Irrrelevant und bedeutungslos. Ihr seid der Dreck unter dem Fingernagel der Menschheit. Mehr nicht.