Kalt so kalt

Graben

Wir uns ein

Bröselt es leicht

Rühren

Wir voll Eifer

Den neuen Zement

Stein auf Stein

Die einen schütten sich gekonnt inszeniert Eiswasser übern Kopp, die anderen machen sich schamlos Sorgen über ihre Gewinnmarge oder den nächsten Level im Charmingspiel, Die Welt tanzt Irrsinn und beiläufig, verpackt zwischen blauäugiger Nabelschau und Schniefebildchen, verrecken die Leut. Die Worte bleiben mir im Halse stecken, verknäulen mir das Gehirn. Schweigen hilft nicht. Es tötet. Laut. Los, schrei, Liebste, schrei!

"Was würden Sie denn jemanden als notwendige aktuelle Lektüre für die Entwicklung eines reflektiert kritischen Denkens empfehlen?"

"So kann ich darauf nicht antworten. Das gibt es nicht, so eine einzelne Lektüre. Mir hat im Leben eine sehr fundierte und breit angelegte Allgemeinbildung sehr geholfen.... Geschichte, Literatur, Philosophie, Kunst ... immer im Zusammenhang von Zeit und Raum des Entstehens ... hinzu kamen gute Lehrer in der Schule mit fächerübergreifenden Projekten (die es dann alle während der Berufsverbotszeit erwischte) und ne klassische "Kaderausbildung" beim KBW *blinzel ... Hätte ich nur letztere gehabt, dann wäre ich erstickt und gelähmt gewesen ... die Mischung machte und macht es immer noch ... Offenheit für alle Gedanken und Geschichten, die das Leben auf dieser Erde so schreibt ... die schönen ebenso wie die schrecklichen ... ich könnte deshalb kein einziges Buch empfehlen als "das" Buch (mir wird ganz schlecht, wenn ich nur daran denke)... es setzt sich halt aus vielen, vielen Einzelteilen zusammen.

Vielleicht noch als Anmerkung dazu: Für mich gibt es einen Unterschied zwischen "Wissen" und "Information" ... wir leben in einer Informationsgesellschaft, in der das Wissen immer weniger wird. Informationen kann ich fast grenzenlos anhäufeln, Wissen wird aus diesen Informationen aber erst dann, wenn sie durch mein ganz individuelles Filtersystem gelaufen sind, integriert sind in meine Landkarte von Welt und wenn ich sie dann als denk- und handlungsorientierte Anleitung/Motivation/Wegweiser wieder abrufen kann. Ich glaube, das wird heute oft verwechselt.

Ich kann deshalb so pauschal keine Empfehlung ins Blaue hinein abgeben."

Einer meiner Lehrer, den ich sehr verehrte im pubertierendem Überschwang (und von dem ich viel Grundlegendes in Geschichte und Deutsch lernte) sagte mir so um die AbiZeit: „Du kannst die Welt nicht retten. Ich gebe dir noch zwei, maximal drei Jahre, bis du das erkennen wirst. Dann wirst du dich vermutlich umbringen.“ Nun knapp vierzig Jahre später bleibt festzustellen: Er irrte sich. Ich habe diese, so wie viele weitere Erkenntnis doch glatt überlebt.

Wenn ich mich so morgens durch die Medien lese, dann bekomm ich langsam gar nicht mehr richtig mit, wer da wieder wen aus welchen Gründen ermordet, gefoltert, zerschlagen, überrannt, ausspioniert, bombardiert, erschossen, verdrängt, hingerichtet, angegriffen, überrollt, entführt, tot geschlagen, gesäubert, ausgeräuchert, vertrieben, vergewaltigt, etc., etc., hat.

Das Leid aber, das ist immer das gleiche. „Seiten“? Völlig austauschbar.

Die Welt ist ein Schlachthaus und der Schlächter heißt Mensch.

„Spaß oder Ärger wegen Ungewohntem - Überraschungen sind Ihnen heute fast gewiss. Unvorhergesehene Ereignisse treten mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit auf. Schlagen Sie einen neuen Kurs ein und halten Sie nicht ängstlich am Gewohnten und an starren Plänen fest!“
 
Mein gestriges Horoskop. Sehr passend, da es darauf hinweist, dass es immer mehrere Perspektiven auf ein Ereignis gibt. Die Wahl, welche Perspektive gewählt wird, liegt immer bei einem selbst. Meistens tut es der Seele und dem eigenen Energiehaushalt ausgesprochen gut das vermeintlich Negative in etwas Positives zu transformieren. Lehrreich ist Alles auf jeden Fall.
Wut ist übrigens nicht immer negativ, wenn sie sich denn letztendlich in positive Energie verwandeln lässt. Ich arbeite daran.

Hitze, Hitze. Ich bin zu alt und angeschlagen für so ein Wetter. Die Beine geschwollen, der Kopf dröhnend, das Herzl im rasenden Galopp.

Die Laune allerdings allereigentlich ganz gut und zufrieden. (Bis auf die wenigen Panikattacken bezüglich Zukunft und Überleben – doch da dämmt mittlerweile wohl die Gewohnheit der letzten Monate ein wenig ab)

Die aufbauenden Gewitter jedoch befleißigen sich darin, die Luft zu elektrisieren und irgendwie beinflusst dies meine Träumereien. Irre Nacht:. Mir träumte, der Blitz habe eingeschlagen und der Dachstuhl sei in Flammen. Der vermaledeite Feuerlöscher ging nicht an. Also schüttel, schütteln.... öffnen ... löschen ... ... ... ... ... Trara, Frau Müller saß pitschnass und klebrig im nassen Bett: Feuerlöscher war die Limoflasche, die recht derbpanisch geschüttelt ihren Inhalt großzügig sprudelnd selbstlos verteilend verschenkte. ... ... ... In so einem Moment zwischen Traum und Realität zielgerichtet zu wandeln ist eine Heldentat.