Grundrechtscharta der Europäischen Union. Dort steht (Artikel 21):
 
„Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.“
 
Vielleicht sollte man, anstatt Regenbogenbeleuchtung, dies groß und breit auf die Arena schreiben. Und vielleicht sollte in alle! Spieleübertragungen genau dieser Satz immer mal wieder eingeblendet werden.

*grummel

 Grundschule, 1. Klasse, zwei Beispiele, die zeigen, was da immer noch so mächtig schief läuft:

Lehrerin fragt, was denn Liebe sei?
KleinMadame zählt dann alle Menschen auf, die sie liebt.
Lehrerin daraufhin, dass sei keine Liebe. Liebe gäbe es nur zwischen Mann und Frau, wenn sie miteinander schliefen.
Das ist auf so vielen Ebenen derart grundfalsch, dass ich das rasende Bedürfnis verspüre, diese Frau sofort und für immer aus dem Schuldienst zu entfernen.
 
*andenkoppklatsch

KleinMadame kam heute mit zwei Wunden an den Beinen nach Hause. Sie spielen offensichtlich zurzeit ein gewaltsames Spiel auf dem Pausenhof: Zwei Kinder verkörpern Mutter und Vater, die anderen deren Kinder. Und weil die Kinder schlechte Noten hätten, müssen die beiden sie fangen und mit dem Springseil schlagen. Die Pausenaufsicht bekommt davon nix mit.

 Also, anstatt Hausaufgaben zu machen, haben wir uns mal die Kinderrechte angesehen und darüber gesprochen, dass manche Kinder wirklich von ihren Eltern geschlagen werden und dass das ein tiefes Unrecht und außerdem auch eine Straftat ist. Es eignet sich also aus diesen und anderen Gründen nicht für ein Spielszenario.

 Boah, was ist da immer noch los in den Schulen?!!?

„Wir besteuern die Reichen und finanzieren damit eine Rente für alle, die zum Leben und Teilhaben ausreichend ist.“
 
„Gegenvorschlag: Wir erhöhen das Rentenalter auf 68!“
 
Ähm … … … … ich verstehe es nicht. Weder den Zusammenhang, noch den Sinn des Vorschlags. Was wäre denn damit langfristig gelöst?

Wenn ich mir Filme anschaue, in denen es Sequenzen gibt, in denen Nazis auftauchen mit ihrem gewaltsamen, erbärmlichen Herrenmenschengetue, dann wird mir körperlich immer sehr schlecht. Es ist für mich unerträglich. Und dann sehe ich aktuelle Bildberichte, in denen die gleichen Typen wieder marschieren, brüllen, labbern. Meine körperlichen Reaktionen sind schmerzvoll. Ich weiß nicht, ob ihr das verstehen könnt. Es belastet mich sehr. Ich könnte in keiner Talkshow sitzen und mit denen auch nur ein vernünftiges Wort reden. Ich würde das Studio vollkotzen. Und das wäre noch die mildeste Aktion meinerseits.   

Vor einem Jahr dachte ich, dass das alles doch gar nicht so lange dauern könnte. Dann rannte die Zeit, stoppte hier und da unvermutet abrupt wie ein schockgetrockneter Brei. Überraschend kroch sie, nach einigen mich übertölpelnden irrealen Hopsern, flott weiter. Und gerade schlendert sie zutiefst unbeeindruckt von meinem inneren Drängen und Hasten, wie eine aufgedonnerte Promenadengängerin nach Beifall heischend, vor sich hin. Sie macht nicht, was ich will. Sie enttäuscht meine Erwartungen. Sie nervt.
 
Ja, diese Zeit der Pandemie hat etwas mit mir gemacht. Zum Guten oder zum Schlechten? Wir werden sehen.
 
 
Die Zeit
 
Willst du sie halten, so voller Lust und Begier,
dann rennt sie davon wie das schnellste Getier.
Doch kriechend, sich windend, schleicht sie daher,
wenn schnell du sie bräuchtest ganz ohne Geplärr.
Du kannst sie teilen und freudig verschenken,
doch nie hältst du sie wirklich in deinen Händen.
Sie bleicht deine Haare. Sie zerfurcht dein Gesicht.
Du kannst sie einteilen, doch zähmen kannst du sie nicht.
Geht sie verloren, ganz unbedacht, dann ist es vorbei,
sie wieder zu finden, steht dir niemals frei.





Meine Erfahrung nach Jahrzehnten in der therapeutischen Arbeit: Manchen Menschen hilft eine Kurztherapie. Manche brauchen etwas mehr Zeit. Manche brauchen langfristige oder gar kontinuierliche Begleitung. Andere brauchen individuell herausgearbeitete Flexibilität. Die jeweiligen Entscheidungen dazu möchte ich weiterhin gemeinsam mit den Betroffenen treffen. Ich vertraue da sowohl meinen fachlichen Kompetenzen als auch dem Selbstwissen meiner betroffenen Gegenüber. Politischen Entscheidungsträgern vertraue ich in diesem Fall überhaupt nicht, da es ihnen schlichtweg an Ausbildung, grundlegendem Wissen und reflektierter Praxiserfahrung in diesen Bereichen mangelt.
 
Kurzfassung: Den weiten Bereich der psychologischen Therapie kann man nicht rastern wie womöglich, wenn überhaupt, manche Bereiche in der Betriebswirtschaft. An solch dämlichen Versuchen leidet schon seit Jahren unser Gesundheitssystem. Den Preis dafür bezahlen nicht diejenigen, die sich so etwas ausdenken.  
 
Allerkürzeste Fassung: Bäh!
 

„Die Erde dreht sich um die Sonne. Das ist ein Fakt.“
 
„Aber nur weil es ein Fakt ist, muss es ja nicht stimmen!“
 
 
Aus die Maus. Ab diesem Moment kann von meiner Seite aus keine beidseitig bereichernde Kommunikation mehr stattfinden.