13.1.19


„Es ist kein Anzeichen von seelischer Gesundheit, an eine zutiefst gestörte Gesellschaft angepasst zu sein.“
Jiddu Krishnamurti

Und doch fühlen sich die meisten Pädagogen, Erzieher, Eltern und ja, auch Therapeuten mit schrecklicher Energie Tag für Tag dazu berufen, die ihnen anvertrauten Menschen passgenau zurecht zu schleifen. Warum? Weil alles andere das kranke System, das letztendlich ihre Daseinsberechtigung zementiert, sprengen würde.

9.1.19


„Immer wieder stellen Staatsanwälte die Verfahren gegen Rechte ein, die andere bedrohen - mit geradezu absurden Begründungen.“

Wenn ich so etwas immer öfters lesen, dann gehe ich mal kurz in den Keller und krame mein Aluhütchen raus und denke mir, entweder hängen die selbst in der rechten Ecke, oder, ja ich guck und lese viele Krimis, die sind irgendwie, und sei es nur auf ganz subtile Art, erpressbar. Andere Erklärungen fallen mir, auch ohne das Hütchen, nicht ein.

8.1.19


Seitdem ich mich mit den neuen Medien beschäftige, und dazu zähle ich auch Handys, habe ich für mich folgende Regeln aufgestellt:

1.     Rede und schreibe so, als würdest du es laut deinem fremden Nachbarn in der vollen U-Bahn erzählen oder mitten auf der Zeil mit einem Megafon stehen. Du weißt nicht wer dir zuhört; du weißt nicht, wie das, was du sendest, bei wem wie ankommt. Du weißt nichts über die Motivationen deiner Zuhörer; du weißt nicht ob sie dir wohlgesonnen sind. Du weißt nicht, was die oder derjenige mit dem was sie von dir hören, anfangen werden.

2.     Sei in dem, was du sagst, wahrhaftig. Damit meine ich, dass du vorher nachgedacht hast und zu dem stehst, was du da kommunizierst. In jeder Situation, vor jedem Menschen.

3.     Dinge, von denen du nicht willst, dass sie irgendwem öffentlich zugänglich sind, kommunizierst du nur in realen Gesprächen und mit realen Personen. Face to face halt.

4.     Manches behält man einfach für sich. Manches ist noch nicht spruchreif, egal ob persönlich privat oder im Öffentlichen. Manches verbleibt schlichtweg im inneren Dialog.  

5.     Lebe dein Leben bewusst und authentisch. Stehe zu dem, wer und was du bist. Mache dich niemals, unter gar keinen Umständen, erpressbar.

Die neuen Medien waren und sind für mich ein wunderbares Werkzeug für reflektierte Kommunikation, Informationsaustausch, Wissenserwerb, Organisation und Logistik von Alltag und Freizeitspaß. Ich möchte sie nicht missen. Und mit den obigen Regeln bin ich bis jetzt sehr gut gefahren.

31.12.18


„Immer mehr Menschen verzichten aus Liebe zu den Tieren auf die Silvesterböllerei. Sogar einige Super- und Baumärkte verkaufen deshalb keine Feuerwerkskörper mehr. Ein Verbot des privaten Feuerwerks zum Jahreswechsel steht quasi in den Startlöchern!“

„Hm.“

„Frau Müller, ein bisschen mehr Enthusiasmus wäre schon angebracht! Schauen Sie sich doch die Kommentarspalten und Beiträge zu diesem Thema an. Die Menschen sind endlich aufgebracht und engagiert“

„Wenn Sie meinen.“

„Na, Sie müssen doch eine eigene Meinung zu diesem Thema haben. Also los, was fällt Ihnen spontan dazu ein?“

„Krieg, Hungersnot, Gewalt, Missbrauch, Klimakatastrophe, Armut, Waffenhandel, Korruption, Ausbeutung, Hartz IV, Wohnungsnot, Bildungsmisere, Pflegenotstand, Macht, Gier, Rechtsradikalismus, marode Infrastruktur, Pöstchenschieberei, soziale Kälte, moderne Sklaverei, Menschenhandel, Gewalt gegen Kinder, Rassismus, Ausgrenzung, Mord, strukturelle Gewalt, Staatsmacht, Entmündigung, Völkermord… … .“

„Stopp! Wie kommt man denn auf solche Themen, wenn es um Böllerei geht? Können Sie das auch kürzer fassen?“

„Verlogenheit?!“

17.12.18


"Würden Sie ein Kind im Kinderladen aufnehmen, deren Eltern beide aktive Rechtsradikale sind, Frau Müller?"

"Aber sowas von sicher! Erstens gibt es in meiner Welt keine Sippenhaftung. Zweitens sagt mir meine ganze Erfahrung, dass alles was ich mit dem Kind tue und wir gemeinsam erleben, Spuren legen wird. Oh ja, ich würde solche Spuren hinterlassen. Das Kind würde für immer wissen, das man auch anderes miteinander umgehen kann und dass man die Welt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven sehen kann. Und es würde lernen, dass es geliebt und geachtet wird, völlig unabhängig davon, was seine Eltern so treiben. Eine so wichtige Lektion, die ihm spätere Entscheidung vielleicht leichter machen werden."

"Ja, aber die Eltern!"

"Was? Ich will sie ja nicht politisch erziehen. Wir würden uns in konkreten Situationen mit dem Wohl des Kindes beschäftigen. Ich würde auf dieses Wohl bestehen und wir würden sehen, wie weit wir damit zusammen kommen. Da die Eltern von sich aus darauf gekommen wären ihr Kind zu mir zu bringen, denke ich, das es da irgendwo eine gemeinsame Basis im Sinne des Kindeswohl geben könnte. Von vorneherein abzulehnen halt ich auf alle Fälle, zum Wohle des Kindes, für eine Anmaßung."

Wie kommt man nur auf so eine Idee *grummel

14.12.18


Orakel für 2019 von Heidrun Müller

1.     Stelle eine Frage in Bezug auf das kommende Jahr.

2.     Schreib folgende Buchstaben auf einen losen Zettel: Den zweiten deines Vornamens, den vierten deiner Lieblingsstadt, den fünften deiner Wohnstraße, den ersten deines Lieblingsessens, den dreiundzwanzigsten des Alphabets, den sechsten des Wortes Hausmeister in spanischer Übersetzung, den zwölften des Wortes Streichholzschächtelchens, den vierten deines Lieblingseises und den ersten deines Nachnamens.

3.     Falte den Zettel dreimal.

4.     Lege ihn auf deinen Stuhl.

5.     Setze dich 10 Minuten drauf.

6.   Öffne nun den Zettel und streiche den zweiten und den fünften Buchstaben und füge zwei beliebige in der Mitte hinzu.

7.     Falte den Zettel viermal.

8.     Nimm eine Schere und schneide die vier Ecken ab und öffne den Zettel.

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Du hast jetzt drei Möglichkeiten:

9a. Du denkst dir, was ist denn das für ein Mist und schmeißt den Zettel weg und suchst dir auf andere Weise die Antwort für deine Frage.

9b. Du versuchst aus dem Buchstabensalat auf dem entfalteten Zettel eine für dich sinnvolle Antwort auf deine obige Frage zu finden.

9c. Du rätselst immer noch rum, was die Mitte von Fünf ist.


Und wie wird das nächste Jahr für dich?

(Meines wird toll, wie immer, weil ich mich mit so einem Scheiß erst gar nicht beschäftige.)

4.12.18


Armut ist Mangel an Geld.
Sonst nix.
Oder?

Aber was ist mit: Innerer Reichtum, Geld allein macht nicht glücklich, Liebe kann man nicht kaufen…

Über all die netten Dinge, die ihr da anführt, kann man sehr gut reden, wenn man ein Dach über dem Kopf hat, ausreichend zu Essen und zu trinken, die gesundheitliche Versorgung klappt, es Gesetze und eine Rechtsprechung gibt, die einen schützen und für alle verbindlich und gleich sind. Und wenn es Frieden gibt. Für die ersteren braucht es in unserer Gesellschaft nun mal Geld und, so richtig bedacht, für die anderen auch. Unterhaltet euch mal mit jemanden, der heute Abend nicht weiß, wo er die Nacht im trockenen verbringen kann, dem viele Zähne fehlen, der nicht weiß, wann und ob er wieder eine warme Mahlzeit bekommt. Dem erzählt dann mal was vom "Reichtum" der Seele und dem Glück nicht käuflicher Liebe. Wenn er euch eine knallen würde, dann könnte ich es verstehen... aber nein, wäre dieser Mensch so reflektiert, die Anmaßung wirklich zu verstehen und darauf mit Zorn zu reagieren, dann, ja dann hätten ihn seine Lebensbedingungen nicht schon innerlich so sehr geschreddert. So wird er nur den Kopf einziehen, leise sein und sich für alles weiter selbst verantwortlich machen und daran zerbrechen.