4.4.20


Maske tragen.

Nach ein paar Minuten bin ich ein Blindfisch, weil die Brille elendig beschlägt.

Nach einigen Minuten mehr kommt ein Teil meines Hirns, in dem sich die Asthmatikerin gerne aufhält, einen Koller: Panikschleife: "Ich bekomme keine Luft. Hilfe, ich kann nicht atmen. Mach es weg, mach es weeeeg!" Es nutzt nichts, dass der andere Teil meines Hirns genau weiß, was da gerade passiert und versucht sachlich zu argumentieren. Ich bekomme dann nämlich, rein körperlich, wirklich einen Asthmaanfall. (Ausatmen geht nur schwer, Keuchen, nach Luft schnappen, aber es geht ja kaum noch was rein, weil ja nicht vernünftig ausgeatmet. Sauerstoffgehalt im Blut sinkt). Ja, ich habe es jetzt mehrmals zuhause ausprobiert, mit allen Tricks. Bringt nix, es lässt sich etwas verzögern, aber letztendlich nicht austricksen.

Und das erkläre jetzt mal jemanden. Ist keine Ausrede, da ich sehr für das Maskentragen in gemeinsamen öffentlichen Räumen bin. *grummel

10.3.20


"2015 darf sich nicht wiederholen!"

"Ähm, was war nochmal 2015 so Schlimmes in unserem Land passiert?"

"Na, die Millionen Flüchtlinge bei uns!"

"Und? Was hatte das denn für konkrete negative Folgen für dich? Also, Sachen, die es vorher nicht auch schon gab und dir unterm Arsch brannten?"

"Äh. Ja. Nun... Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit ... und so was."

"Ach, die gab es vorher nicht?"

"Sie verstehen gar nichts, Frau Müller!"

"Stimmt, ich verstehe dich nicht. Aber, da ich ja keinen Auftrag von dir habe und somit nicht deine Therapeutin bin, muss ich das zum Glück auch nicht."

*Anmerkung
Ich kann das Gerede von dem schrecklichen 2015 nicht mehr hören. Es ist reine Propaganda. Und auch die Linken bedienen mittlerweile diese Schiene. Klartext: Es ist nichts Schreckliches 2015 in der BRD passiert. Gar nichts. Außer, dass sich deutsche Waffenexporte erhöht hatten, die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter geöffnet hat und Nazis Angst-Legenden aufgebauten, die ihnen dann Stimmen und Wähler zugespült haben.

6.3.20


Da heulen einige Kerle panisch rum, weil sie keinen Mundschutz mehr bekommen. Aber ein Kondom überzustreifen wegen Aids, das trifft sie dann doch zu sehr in ihrer Männlichkeit, da verzichten sie lieber drauf. *andenkoppklatsch

2.3.20


Bei all dem Schrecklichen und Unsäglichen, was zurzeit auf uns einprasselt und das uns erschöpft und uns verzagen lässt, so gilt doch immer noch und immer wieder: Nicht aufgeben!



1.3.20


„Sie machen sich jetzt also ernsthaft große Sorgen darüber, ob Sie eine Quarantäne bei sich zuhause mit fließendem Wasser, Strom, Heizung, sanitären Anlagen, Telefon und Internet überstehen würden? Ernsthaft? Also psychisch wandeln Sie damit allemal schon in weniger gesunden Gefilden!“

17.2.20


"Leitkultur" ?

Klar haben wir eine Leitkultur.
Hauptpunkt: Nie wieder!

Und weil es so gerne genommen wird, vielleicht noch die christlichen Werte: Mitgefühl; Barmherzigkeit; Gastfreundschaft; Liebe deinen Nächsten; nicht lügen, gieren, töten ... hui, da wird es aber schon sehr, sehr eng für manche MitbürgerInnen.

1.2.20


"Armut nimmt mitten im Wohlstand, 
mitten im Gesättigten unauffällig Platz."


Armut schweigt und schämt sich. Das hat mich immer wütend gemacht. Ich habe unsere zeitweise Armut nie verschwiegen. Weder vor den Kindern, noch im Freundeskreis, noch sonstwo. Das hat mir geholfen, immer. Wie oft wusste ich vor dem Ende des Monats nicht, wie das Essen auf den Tisch zu bringen sei. Da musste ich rödeln und kreativ sein. Beispielsweise an dämlichen Marketingumfragen in der Innenstadt teilnehmen, um entweder ein bissl Geld oder Kekse für die Kinder zu bekommen. Bücher und CDs verkaufen zu einem Spottpreis, oder kreatives Kochen mit billig Nudeln, Tomatenmark, Sardinnen und Tütensuppen üben. Um abgelaufene Lebensmittel bitten. Klamotten nur vom Flohmarkt. Möbel vom Sperrmüll. Und, und, und. Alles manchmal ganz schön nervenaufreibend. Verzweiflung? Nicht oft. Denn dafür hatte ich Zeit mit den Kindern, tolle Zeiten. Viel Ehrenamt auch und politisches Engagement. Letzteres denke ich, fehlt heute einfach und wäre ein wichtiger Faktor für Resilienz. Denn ein politisches Verständnis würde zumindest einige Menschen aus der elendigen, lähmenden "Ich-bin-schuld-Falle" führen und eingesperrte Energien freisetzen.

Was würde darüber hinaus helfen?

Aktive, niedrigschwellige Nachbarschaftshilfen initiieren, offene Gespräche über Armut, Enttabuisierung, Wissen und Erfahrungen teilen bzw. weitergeben, neue und alternative Formen der Selbstorganisation kreieren, die Menschen in ihrer Verzweiflung und Scham ernst nehmen, wahrnehmen, abholen. Das tägliche Überlebenspotential als starke, positive Ressource ansehen und für neue Aktivitäten fördern, Entsprechende Aus/Weiter/Fortbildung für relevante Bezugspersonen (Pädagogen, Lehrkräfte, Sozialarbeiter, etc.) Politische Lobbyarbeit. Und, und, und ... dafür müssten jedoch viele kluge, wertschätzende und liebevolle Menschen endlich aus ihren Status Türmen herauskommen und sich ernsthaft, (vor)urteilsfrei einlassen auf "die da unten". War früher mal ein wesentlicher Aspekt aktiver politischer Arbeit an der Basis.

Könnte man doch glatt wiederbeleben.