7.8.20


„Warum ist Cannabis immer noch verboten?“

„Naja, vielleicht weil man bekifft keine Lust auf sinnloses Shopping, politisches Gedöns, Krieg, Gewalt und all so ein Zeugs hat.“

Meine Meinung: 

Wird Cannabis aus, alternativlosen, medizinischen Gründen genommen - okay

Wird Cannabis ab und an reflektiert zum eigenen Wohlbefinden genommen - okay

Bekommst du dein Alltagsleben nicht mehr in den Griff ohne Cannabis - nicht okay. Hol die Hilfe.

Ich sehe hier zwei grundlegende Problemfelder: Thema Sucht und Kriminalisierung. Beide haben Rattenschwänze von Konsequenzen, von Für und Widers. Ich würde mir einen unaufgeregten gesellschaftlichen Diskurs dazu wünschen.


Medienkompetenz bedeutet unter anderem auch:

- Wenn eine Meldung, eine Nachricht, ein Kommentar nicht deiner persönlichen Haltung, deinen Erwartungen, deinen subjektiven Wahrheiten entsprechen, handelt es sich dabei nicht automatisch um gesteuerte Lügen, Verschwörungen, Propaganda. Es könnte auch einfach nur eine andere Meinung sein.

- Du weißt, dass es eine absolut objektive Berichterstattung nicht gibt und niemals geben wird. Also erwartest du ein solche auch nicht.

- Du schaust dir deine Informationsquellen sehr genau und kritisch an, informierst dich über ein Ereignis aus ganz unterschiedlichen Quellen und bildest dir aus diesem Sammelsurium von widersprüchlichen Informationen, Fakten, Einstellungen , Meinungen und deiner eigenen Haltung, deinem bisheriges Wissen und deiner persönliche Erfahrung, etc. deine eigene, wiederum subjektive, Meinung.

Deswegen kann ich zum Beispiel mit dem Begriff "Lügenpresse" nichts anfangen, denn dieser Begriff setzt ja voraus, es gäbe eine "Wahrheitspresse", die es aber in meiner obigen Vorstellung gar nie nicht geben kann.

Also ist die Benutzung dieses Begriffes entweder reine Kampfrhetorik oder ein romantisierender Schluckauf.

6.8.20

Aus meiner Erfahrung   

Pathologische Narzissten (männlich wie weiblich) sind Therapie resistent, da sie keinen Leidensdruck in Bezug auf ihr SoSein empfinden.

Es geht in Beziehungen mit Narzissten nicht um „Schuld“, obwohl die einseitige Schuldverteilung durch Narzissten zu deren Grundhandwerkszeug gehört.

Aus einer Beziehung mit einem Narzissten/einer Narzisstin kommt man nicht ohne Beschädigungen heraus.

Labile Persönlichkeiten locken Narzissten an wie das Licht die Motten.

Stabile und starke Persönlichkeiten erhöhen jedoch den Jagd- und Einverleibungstrieb des Narzissten.

Narzisstische Elternteile untergraben jede Form des Selbstbewusstseins und der Autonomie eines Kindes.

Narzissten leiden, aber nicht an sich, sondern an den ihnen angeblich unverschämt zugemuteten Ungerechtigkeiten der Welt, der Gesellschaft, des Partners, der Nachbarn, des Wetters, der Natur und überhaupt.

Narzissten sind eben nicht „selbstverliebt“, denn die Liebe zu sich selbst ist ihnen schon ganz früh in ihrem Leben abhanden gekommen bzw. haben sie sie nie kennen lernen dürfen.

Narzissten sind im Grunde arme Hascherls, die ganz tief in sich drinnen vor Selbstmitleid, Gefühlsleere, undefinierter Sehnsucht und einem Hunger nach bedingungsloser Liebe aufgefressen werden.

Sie sind sich dessen absolut nicht bewusst und verweigern jedwede Bewusstwerdung. Lieber beißen sie tollwütig um sich.

Das macht sie gefährlich und in manchen Fällen tödlich.

2.8.20


Wir hatten ein Jahrhundert der "Schwarzen" Pädagogik und heraus kamen 2 Weltkriege, Völkermord, Rassismus, Kadavergehorsam, Faschismus… Ich verstehe bis heute nicht, wie man den Zusammenhang nicht verstehen kann.

31.7.20


Wenn ich manchem Politiker im Moment zuhöre, dann überfällt mich das Bedürfnis denn geöffneten Gefrierschrank zu umarmen, um wenigstens dort ein wenig Wärme zu finden.

Nein, ich rede nicht von Kaltschnäuzigkeit, denn diese kann ich im politischen Geschäft sehr wohl nachvollziehen; ich rede hier von nicht vorhandener Mitmenschlichkeit und Empathie, von mangelndem Mut und fehlender Zivilcourage. Öde, kalt, eingefroren.


Bäh!




„Gibst du mir deinen Schnuller,

dann darfst du auch mit meinem

Hühnchen spielen!“

28.7.20

Spiegelbilder - auf so unterschiedlichen Ebenen.



Sie spiegeln mich. Wir spiegeln uns.

Sie spiegeln einander, sie spiegeln meine Kinder.

Ich spiegele mich in ihnen, die Ahnen lassen grüßen ebenso.


18.7.20


„Ach, hören Sie doch auf, Frau Müller! Die meisten Coronatoten hatten doch Vorerkrankungen und wären eh bald gestorben.“

„Ja sicher, einige schon. Aber sie wären nicht elendig und alleine auf Intensivstationen verreckt, sondern wären vielleicht zuhause, im Kreis ihrer Lieben oder liebevoll begleitet in einem Hospiz gestorben. Und sie hätten vielleicht noch genug Zeit gehabt, einiges zu regeln und/oder in ihrem Sinne abzuschließen. Sich zu verabschieden. Das macht ja wohl schon einen Unterschied, oder? Oder!?“

19.6.20


Ich komme aus einem absolut sozialdemokratischen, zum Teil kommunistischen Milieu. Gerade deshalb hat mich als Jugendliche das Religiöse im geschichtlichen Kontext sehr interessiert und ich bin dankbar dafür, dass mir von Seiten der Familie erlaubt war, mich intensiv damit auseinanderzusetzen. Viele meiner wichtigen Wegbegleiter in den letzten Jahrzehnten kamen aus einem religiösen, breit gefächerten Kontext und ich bin dankbar dafür, dass sie mich niemals missionieren wollten, sondern immer bereit waren, jede meiner Fragen und kritischen Gedanken mit Inbrunst und Wahrhaftigkeit zu beantworten und mir Wege wiesen, mich selbst schlau(er) zu machen und eine eigene Haltung zu entwickeln. Niemals traf mich von ihrer Seite bis heute ein Vorwurf oder eine Ablehnung. Ja, dafür bin ich zutiefst dankbar. Wir können uns einfach mit Respekt einfach sein lassen, wie wir sind.


„Erinnern Sie sich, damals, als man behauptete, eine ganze Schüler*innen Generation würde für immer im Leben scheitern, weil Sie samstags nicht mehr die Schule besuchen mussten?“

„Gleiche Argumentation, als wir in den 70igern wegen der Berufsverbote im Schulstreik waren.“

„Oh ja, oder als sie freitags, statt zur Schule zu gehen, versucht haben, ihre Zukunft auf diesem Planeten zu retten?“

„Und?“

„Nichts weiter. Erinnerungen, mehr nicht.“

16.6.20


Da setzt man die SchülerInnen einzeln an weit auseinander stehende Schultische und stopft sie vorher und anschließend in völlig überfüllte Busse. *andenkoppklatsch

15.6.20


"...am 14. Juni 1976, wurde das Familienrecht novelliert. Seither müssen Frauen nicht mehr ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, ob und wie viel sie arbeiten möchten. Seither dürfen sie frei und eigenverantwortlich über ihr Vermögen bestimmen und können ihre Arbeitsverträge ohne Unterschrift des Herrn Gemahl einfach selber kündigen."

Da war ich gerade zwanzig.

„Festgemauert in der Erden …“ – nichts ist für die Ewigkeit.

Leben ist Veränderung.

So, oder so.

Attention pleace! Aufpassen.


„Don't dry your pet in the microwave. Menschen denen man sowas mit erhobenem Zeigefinger schriftlich geben muss, die wählen auch Trump.“

„Frau Müller! Das ist unterste Vorurteilsschublade!“

„Ja. Die habe ich auch und die poppt manchmal vor dem ersten Kaffee einfach auf. Kann ich mit leben.“

12.6.20

Wir sollen mehr konsumieren. Ankurbelung der Wirtschaft.

Aha. Allereigentlich ist doch das menschliche Konsumverhalten der Dünger für so viele bedrohliche Schieflagen auf unserer Erde. Wäre da nicht eher weniger Konsum angesagt? Motto: Reflektierter, bewusster Konsum – weniger ist mehr. 

11.6.20


„So wenig Kommentare von Ihnen in diesen Tagen, Frau Müller?“

„Ja, im Moment bin ich müde. Seit Jahrzehnten wiederhole ich mich. Gegen Kindeswohlgefährdung, gegen Vorurteile, Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, für Kinderrechte, für die Einhaltung der Menschenrechte, gegen Krieg, Folter, Unmenschlichkeiten. Und, und, und. Immer die gleichen Themen, weil wir als Menschheit drei Schritte vor, vier zurück, drei vor, Schlenker nach rechts, Schlenker nach links, Päuschen, Hüpfen auf einem Bein, zwei Schritte vor… Bah! Zurzeit ist mir das alles einfach zu doof.“

„Oh. Was hilft?“

„Action in der realen Welt.“ 😊



8.6.20


Väter, Mütter, Priester/Pfarrer, Lehrer, Trainer … Menschen, denen wir Kinder anvertrauen, üben Gewalt und sexualisierte Gewalt gegen diese aus. Wie kommt man dann auf den dünnen Ast, dass es bei ErzieherInnen anders sein könnte? Weil die Kinder dort doch noch so jung seien? Weil die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, besonders liebevoll und kompetent mit Kindern seien? Weil …? Alles Quatsch. Gewalt und sexualisierte Gewalt an Kindern findet in allen gesellschaftlichen Bereichen statt. Als Gesellschaft und als einzelner Mensch haben wir nur viele, viele blinde Flecken im Auge und im Kopf. Weil wir es nicht sehen wollen. Weil es uns unter die Haut geht. Weil es bequemer ist. Weil es uns auf uns selbst zurück wirft. Weil es unseren idealisierten Blick auf Welt zerschmettern würde.

Kindheit ist einer der gefährlichsten Lebensabschnitte im Leben eines Menschen. Auch bei uns.


2.6.20


Vorbestellter Tisch in Nobelbar in Frankfurt.

Halbe Stunde zu früh da.

„Kommt doch später nochmal wieder.“
„Können wir schon vorbestellen.“
„Klar.“

Stunde später.

„Tut mir leid, ihr könnt hier nicht rein. Wir hatten erst letztens mächtig Ärger mit einigen von eurer Sorte. Die Chefin will euch nicht. Kann ich nichts machen.

„Häh? Sorte?

„Zigeuner!“

Ich nenne sowas Rassismus und Sippenhaftung. Da kannst du nur noch schreien. Nicht das erste Mal, sondern wieder und wieder.

*Anmerkung
Anscheinend scheint das Geschäft auch in dieser Zeit für die Bar so gut zu laufen, dass sie locker auf ein paar Hunderter verzichten kann.

15.5.20


Persönlicher Stressfaktor Corona

Ich gehöre eindeutig (Allergikerin, Asthmatikerin, Diabetes 2, Übergewicht, Herz, Alter) zur sogenannten Risikogruppe. Ansage meiner medizinischen Begleiter, dass ich bitteschön diesen Virus nicht bekommen solle, da er für mich lebensbedrohend sein könnte. Betonung liegt auf "könnte".

Der für mich höchste Stress in den letzten Wochen, neben finanziellen Jonglierereien und der ständigen Zerrissenheit zwischen Selbstfürsorge und beruflicher Verantwortung, die zwar nervend, aber letztendlich händelbar sind, ist, dass mich jetzt jede körperliche Befindlichkeitsstörung, jeder Infekt, jede Reaktion auf Pollenflüge, jede ausufernde Bronchitis, jedes Zipperlein sofort in eine unverhältnismäßige Furcht schleudert. Ist das nun schon Corona? Muss ich ins Krankenhaus? Stehe ich mit einem Bein schon im Grab? Bäh! In solchen Momenten tanzt die innere Dramaqueen freudig kreischend im Quadrat und der Verstand sitzt muffelnd in der Ecke. Unerfreuliche Nebenwirkung: Das Ausbalancieren dieser Zustände kostet Kraft, die Körper und Seele eigentlich für die Heilung der aktuellen körperlichen Störungen bräuchte.

Es nervt, nervt, nervt!

*Anmerkung
Warum ich das hier schreibe? Ist doch eher Jammern auf höchstem Niveau, oder? Klar ist es das. Was aber nichts daran ändert, dass das subjektive Leidensgefühl ernst genommen werden möchte. Und sollte. Darum schreibe ich drüber. Als Ermutigung und Anregung für andere, kurz inne zuhalten und über die eigenen Inneren Zustände in diesen Zeiten zu reflektieren. Nichts wegdrücken. Sich nicht selbst belügen. Holt einen sonst später doch nur ein.

11.5.20



"Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben." hin gerotzt von einem Herrn Kubicki im TV.

Sehr geehrter Herr Kubicki, ich kenne eine Menge Menschen, die gerne zu Hause bleiben würden, eben weil sie zu den Risikogruppen gehören und ihnen ihre Ärzte sagen, dass, wenn sie sich mit Corona infizieren würden, es mit höchster Wahrscheinlichkeit ihr Tod sein könnte. Sie bleiben aber nicht zu Hause, weil sie sonst ihre Mieten und ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr begleichen könnten; weil sie sich in ihrem Beruf für andere Menschen verantwortlich fühlen; weil sie der Gesellschaft nicht auf der Tasche liegen wollen und aus vielen Gründen mehr. Also gehen sie zur Arbeit. Tag für Tag. Innerlich zerrissen von dem Anspruch auf Selbstfürsorge, ihrem sozialen Verantwortungsgefühl und ihrer Angst.

Ihr Spruch oben ist ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen, Herr Kubicki. Schlichtweg ein arroganter Arschlochspruch von einem Menschen, der von der Lebensrealität sehr, sehr vieler Menschen meilenweit entfernt vor sich hindümpelt. Schämen Sie sich!

10.5.20


„Wir leben in einer Diktatur! Deshalb habe ich gestern dagegen demonstriert.“

„Du lebst aber noch, oder?“

„Klar.“

„Bist körperlich unversehrt und nicht im Knast?“

„Ja sicher.“

„Deine Familie wurde auch nicht wegen deiner Teilnahme an der Demo von Polizei oder anderen Staatsorganen behelligt?“

„Natürlich nicht!“

„Und du kannst auch offen und frei über deine Teilnahme in den sozialen Medien und in deinem sozialen Umfeld berichten?“

„Also hör mal, natürlich! Wo denken Sie, leben wir denn?“

„Eben! Wir leben ganz, ganz sicher nicht in einer Diktatur!“

20.4.20


Corona – Zwischenstand

Die wenigen Fakten, die wir über Corona zur Verfügung haben, bekomme ich nun seit Wochen in den Medien jeden Tag wieder und wieder in allen möglichen schriftlichen Variationen und Aufmachungen vorgekaut. Hinzu kommen dann Vermutungen, Wahrscheinlichkeiten, abstruse Fantasien.

Das nervt, das nervt wirklich.

Fakten, so wie ich sie für mich wahrnehme:

Das Virus gibt es.
Es ist ansteckend.
Der Verlauf geht von nix spüren bis ganz extreme körperliche Reaktionen.
Menschen sterben an diesem Virus.
Man versucht, auf unterschiedliche Art und Weise, sich und mich vor einer Ansteckungswelle zu schützen.
Die staatlich verordneten Regeln haben individuelle und gesellschaftliche Folgen, die wir bisher nicht in Gänze überblicken.
Handlungsbedarf gibt es für Eigenverantwortung und Solidarität.
Die gesellschaftlichen Strukturen (Macht Ohnmacht, Arm, Reich, etc.) werden von dem Virus nicht geschaffen, nicht verändert, nicht tangiert. An manchen Stellen macht er diese Strukturen jedoch sichtbarer.
Medikamente und Impfungen gibt es bisher nicht.

Alles andere ist Gebabbel. Es wäre hilfreich auf manche Fragen schlichtweg mit: Weiß man nicht; weiß ich nicht zu antworten. Es würde mir und vielen anderen das konkrete, alltägliche Leben erleichtern.

13.4.20



Es gab Zeiten, in denen ich in bestimmten Situationen sofort zwecks Personenkontrolle umzingelt gewesen wäre. Hach, und jetzt finden das alle so löblich. Entzückend.

*inErinnerungenschwelgend


4.4.20


Maske tragen.

Nach ein paar Minuten bin ich ein Blindfisch, weil die Brille elendig beschlägt.

Nach einigen Minuten mehr kommt ein Teil meines Hirns, in dem sich die Asthmatikerin gerne aufhält, einen Koller: Panikschleife: "Ich bekomme keine Luft. Hilfe, ich kann nicht atmen. Mach es weg, mach es weeeeg!" Es nutzt nichts, dass der andere Teil meines Hirns genau weiß, was da gerade passiert und versucht sachlich zu argumentieren. Ich bekomme dann nämlich, rein körperlich, wirklich einen Asthmaanfall. (Ausatmen geht nur schwer, Keuchen, nach Luft schnappen, aber es geht ja kaum noch was rein, weil ja nicht vernünftig ausgeatmet. Sauerstoffgehalt im Blut sinkt). Ja, ich habe es jetzt mehrmals zuhause ausprobiert, mit allen Tricks. Bringt nix, es lässt sich etwas verzögern, aber letztendlich nicht austricksen.

Und das erkläre jetzt mal jemanden. Ist keine Ausrede, da ich sehr für das Maskentragen in gemeinsamen öffentlichen Räumen bin. *grummel

10.3.20


"2015 darf sich nicht wiederholen!"

"Ähm, was war nochmal 2015 so Schlimmes in unserem Land passiert?"

"Na, die Millionen Flüchtlinge bei uns!"

"Und? Was hatte das denn für konkrete negative Folgen für dich? Also, Sachen, die es vorher nicht auch schon gab und dir unterm Arsch brannten?"

"Äh. Ja. Nun... Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit ... und so was."

"Ach, die gab es vorher nicht?"

"Sie verstehen gar nichts, Frau Müller!"

"Stimmt, ich verstehe dich nicht. Aber, da ich ja keinen Auftrag von dir habe und somit nicht deine Therapeutin bin, muss ich das zum Glück auch nicht."

*Anmerkung
Ich kann das Gerede von dem schrecklichen 2015 nicht mehr hören. Es ist reine Propaganda. Und auch die Linken bedienen mittlerweile diese Schiene. Klartext: Es ist nichts Schreckliches 2015 in der BRD passiert. Gar nichts. Außer, dass sich deutsche Waffenexporte erhöht hatten, die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter geöffnet hat und Nazis Angst-Legenden aufgebauten, die ihnen dann Stimmen und Wähler zugespült haben.

6.3.20


Da heulen einige Kerle panisch rum, weil sie keinen Mundschutz mehr bekommen. Aber ein Kondom überzustreifen wegen Aids, das trifft sie dann doch zu sehr in ihrer Männlichkeit, da verzichten sie lieber drauf. *andenkoppklatsch

2.3.20


Bei all dem Schrecklichen und Unsäglichen, was zurzeit auf uns einprasselt und das uns erschöpft und uns verzagen lässt, so gilt doch immer noch und immer wieder: Nicht aufgeben!



1.3.20


„Sie machen sich jetzt also ernsthaft große Sorgen darüber, ob Sie eine Quarantäne bei sich zuhause mit fließendem Wasser, Strom, Heizung, sanitären Anlagen, Telefon und Internet überstehen würden? Ernsthaft? Also psychisch wandeln Sie damit allemal schon in weniger gesunden Gefilden!“

17.2.20


"Leitkultur" ?

Klar haben wir eine Leitkultur.
Hauptpunkt: Nie wieder!

Und weil es so gerne genommen wird, vielleicht noch die christlichen Werte: Mitgefühl; Barmherzigkeit; Gastfreundschaft; Liebe deinen Nächsten; nicht lügen, gieren, töten ... hui, da wird es aber schon sehr, sehr eng für manche MitbürgerInnen.

1.2.20


"Armut nimmt mitten im Wohlstand, 
mitten im Gesättigten unauffällig Platz."


Armut schweigt und schämt sich. Das hat mich immer wütend gemacht. Ich habe unsere zeitweise Armut nie verschwiegen. Weder vor den Kindern, noch im Freundeskreis, noch sonstwo. Das hat mir geholfen, immer. Wie oft wusste ich vor dem Ende des Monats nicht, wie das Essen auf den Tisch zu bringen sei. Da musste ich rödeln und kreativ sein. Beispielsweise an dämlichen Marketingumfragen in der Innenstadt teilnehmen, um entweder ein bissl Geld oder Kekse für die Kinder zu bekommen. Bücher und CDs verkaufen zu einem Spottpreis, oder kreatives Kochen mit billig Nudeln, Tomatenmark, Sardinnen und Tütensuppen üben. Um abgelaufene Lebensmittel bitten. Klamotten nur vom Flohmarkt. Möbel vom Sperrmüll. Und, und, und. Alles manchmal ganz schön nervenaufreibend. Verzweiflung? Nicht oft. Denn dafür hatte ich Zeit mit den Kindern, tolle Zeiten. Viel Ehrenamt auch und politisches Engagement. Letzteres denke ich, fehlt heute einfach und wäre ein wichtiger Faktor für Resilienz. Denn ein politisches Verständnis würde zumindest einige Menschen aus der elendigen, lähmenden "Ich-bin-schuld-Falle" führen und eingesperrte Energien freisetzen.

Was würde darüber hinaus helfen?

Aktive, niedrigschwellige Nachbarschaftshilfen initiieren, offene Gespräche über Armut, Enttabuisierung, Wissen und Erfahrungen teilen bzw. weitergeben, neue und alternative Formen der Selbstorganisation kreieren, die Menschen in ihrer Verzweiflung und Scham ernst nehmen, wahrnehmen, abholen. Das tägliche Überlebenspotential als starke, positive Ressource ansehen und für neue Aktivitäten fördern, Entsprechende Aus/Weiter/Fortbildung für relevante Bezugspersonen (Pädagogen, Lehrkräfte, Sozialarbeiter, etc.) Politische Lobbyarbeit. Und, und, und ... dafür müssten jedoch viele kluge, wertschätzende und liebevolle Menschen endlich aus ihren Status Türmen herauskommen und sich ernsthaft, (vor)urteilsfrei einlassen auf "die da unten". War früher mal ein wesentlicher Aspekt aktiver politischer Arbeit an der Basis.

Könnte man doch glatt wiederbeleben.

31.1.20


Mein Sohn hat heute seine Bachelor Arbeit abgeben und sich gleich für den Masterstudiengang angemeldet. Für mich bedeutet dies sehr viel. Mehr als ich je ausdrücken kann. Es bestätigt mir mein tiefstes Vertrauen von Anfang an in dieses Kind. Es bestätigt mir, dass meine innere Haltung, dass Beziehung mehr wert ist als jede verkrampfte Erziehung, grundlegend richtig ist. Es bestätigt mir, dass Disziplin nur durch authentische Selbstmotivation genährt wird. Und es bestätigt mir, dass man so vieles schaffen kann, gegen manche äußeren Widerstände, wenn das entsprechende soziale Umfeld und die wohlwollende Begleitung durch ganz unterschiedliche, aber immer liebevoll akzeptierende Bezugspersonen vorhanden ist.

Leistungssportler, Ringen, MMA, Studium, Trainer, Coach, Partner, Freund, Onkel, Sohn – und das alles authentisch, verlässlich, zugeneigt, verantwortungsvoll.

Boah, wie genial haben wir, hast letztlich du, vor allem du!, die letzten dreißig Jahre gerockt!

Danke dafür!




16.1.20


Weil es mir in meinen digitalen Netzwerken immer öfter auffällt, dass sich da mir sehr lieb gewordene Menschen über die furchtbaren und schrecklichen Entwicklungen der Menschen in der letzten Zeit grämen und ab und an ganz hoffnungslos zu werden scheinen, erlaube ich mir diesen Beitrag von mir hier auch nochmal hochzuziehen ->

Ja, ich sehe die Schrecknisse. Jedoch sehe ich hier auch einen Denkfehler, wenn man meint, das sei alles so neu: Es ist heute eben nicht schlimmer als es früher schon war.

In meinem Leben gab es die entsetzlichen Bilder und Erkenntnisse der Zeit 33 bis 45, die Gräuel im Gulag, in Biafra, Ruanda, Griechenland, Chile, Kosovo … die medizinischen Versuche an Heimkindern, der RAF Terror und seine Folgen, Gewalt gegen Frauen und Kinder, das Elend der Vertriebenen, die Brutalität in den sogenannten heilen Familien, hinter Kirchentüren und in Jugendeinrichtungen, die Folterzentren rund um den Globus, die Kriege überall auf der Welt, und, und, und ... ...

Der Mensch war schon immer auch ein elendiges Mistvieh von unvorstellbarer Grausamkeit.

Wir bekommen heute nur mehr mit davon. Können hören und sehen und lesen. Das macht diesen Eindruck, es sei alles so viel schlimmer. Und natürlich die Propaganda jedweder Couleur, die unsere hochgezüchtete Angst braucht, um sich an ihr zu nähren.

Nein, es ist nicht schlimmer, nur sind sich heute viel mehr Menschen darüber bewusst, dass daran und auch daran überhaupt etwas Schlimmes sein könnte. Und genau das, dieses wachsende Gefühl für Unrecht überall auf der Welt, macht mir Hoffnung.

*Anmerkung
Würde ausschließlich oder doch überwiegend in allen Medien laufend über all das Gute und Positive hier im Land und auf der Welt berichtet werden, dann sehe unser aktuelles Welt- und Menschenbild ganz anders aus. Denn, obwohl der Mensch dem Menschen ein grausamer Schlächter ist, gab und gibt es die andere Seite eben auch. Immer. Überall. Auch, gerade, trotz all der Grausamkeiten und unvorstellbaren Szenarien reicht der Mensch voller Freundlichkeit, voller Engagement, voller Liebe und Mitgefühl auch immer seine Hand dem anderen Menschen. Überall auf der Welt.

13.1.20


Gilt immer noch:

Jedes Mal aufs Neue überrascht werden, jedes Mal aufs Neue von Gefühlen überrollt zu werden. Jedes Mal aufs Neue, entgegen aller Erfahrungswerte, wie beim ersten Mal mit großen Augen staunen, dass die Welt so ganz anders ist, als ich angenommen hatte.

Ja, ich heule immer wieder an den gleichen Stellen in längst bekannten Filmen und weine mir die Seele aus dem Leib bei jedem Bericht aus Kriegsgebieten, über jede Ungerechtigkeit, oder wenn ich sehe, wie Paare sich über Jahrzehnte zerfleischen, oder der einzelne Mensch mit aller Kraft gegen die Mühen des (Über)Lebens ankämpft, oder versucht gegen alle Widrigkeiten seine innere Balance zu finden. Ich bebe vor Zorn über all die aggressive Dummheit und Gnadenlosigkeit vieler Menschen und werfe meine Wut unbedacht laut schreiend in die Arena der zwischenmenschlichen Kommunikation ... und, und, und.

Denn, da ist ja auch die andere Seite: Das Kichern und Glucksen und Lachen über Dinge, für die sich andere nicht mal ein beiläufiges Mundverziehen abringen könnten. Da ist die Liebe zu den Menschen und zu mir ... und da ist immer noch Schönheit in allem Hässlichen … und, und, und.

Da ist nichts abgeklärt, da ist nichts kalt und abwinkend geworden. Da fehlt mir wohl das richtige Gen dazu. Ich bin kindlich. Und irgendwie will ich das auch nicht ändern.

7.1.20


Je mehr ich über die Vorfälle im Leipziger Stadtteil Connewitz in der Silvesternacht, und vor allem über die Berichterstattung dazu und in den diversen Kommentaren aus dem politischen Spektrum lese, desto mehr beschleicht mich der Verdacht, dass bestimmte Kreise recht froh gewesen wären, wenn dem Polizisten/den Polizisten  wirklich Schlimmeres passiert wäre.

Warum?

Für mich unterscheiden sich bisher im Aktuellen bei uns unterm Strich linke und rechte Gewalt vor allem dadurch, dass sich überwiegend nur die rechte Gewalt gezielt und absichtsvoll gegen Leben und körperliche Unversehrtheit von Menschen richtet. Und weil das so ist, musste man in den Berichten und Kommentaren wohl auch die RAF! bemühen um die angeblich aktuelle, staatsgefährdende linksextreme Gewalt in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung zu schieben und somit das alte Feindbild in konservativen Kreisen mal wieder aus der Mottenkiste zu holen, abzustauben und in Position zu bringen.

Das ist so lächerlich wie gefährlich und erinnert mich, wenn auch in (noch) wesentlich kleinerer Dimension, irgendwie an den Reichstagsbrand.

Die Gefahr für unsere Demokratie kommt derzeit ganz sicher nicht aus der linken Ecke. Wirklich nicht. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie sich Rechtsextremisten über das ganze Gehetze in die falsche Richtung gerade einen ablachen und sich vor Häme nicht mehr einkriegen.