Meine Texte dazu und viele Links zu Hintergrundinformationen findet Ihr seit August 2015 auf meinem Blog:

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„Es gibt nur einen Grund etwas zu verändern: Du hältst es einfach nicht mehr aus.“ Aber ach, manche haben es sich so bequem im eigenen Leiden eingerichtet. Es riecht und schmeckt so heimelig heimisch dort. Dann kann man die Hand, die einem gereicht wird, gar nicht mehr wahrnehmen, denn sie versinkt in den schwammigen Mauern rund um die eigen vermeintliche Komfortzone. Es macht mich für einen Moment traurig, doch Energie, die Mauern aktiv einzureißen, verschwende ich nicht mehr. Ich sende, vielleicht, ab und an Rauchzeichen mit dem Tenor: Ich bin da, wenn du es willst. Mehr nicht.
Es ist einfach nur geil Oma zu sein. KleinMadame kommt etwas früh, aber ihrer individuellen Entwicklung gut angepasst, in die erste Autonomiephase. Ein "Nein" kickt die linke Gehinhälfte von jetzt auf gleich in den Sparmodus und Empörung breitet sich wie eine Flut aus. Drama hoch zehn. Zum Beispiel beim Einkaufen. Kreischen in höchsten Tönen, Tränen und dann die bösen Blicke von Miteinkäuferinnen. Mutter kommt langsam in Hektik. Oh, ich erinnere mich. Ich kenne das. Aber Oma, die Oma kann ganz in ihre Ruhe gehen und mit Gelassenheit der KleinMadame verrückte Dinge zuflüstern: "Oh ja, ich kenne das, wenn auf einmal dieses blöde "Nein" auftaucht und sich dir in den Weg stellt. Diese doofe Welt hat bisher doch immer gemacht, was du wolltest und jetzt auf einmal gibt es da und da und dort das "Nein". Da kann man richtig wütend werden. Und dann muss man schreien, damit die Wut kleiner wird. Und du schreist so schön. Hör mal, die Oma kann überhaupt nicht so toll schreien wie du..." Kicksender Schreiversuch meinerseits. Jetzt gucken mich die Leute an, als sei ich deppert. Aber, ich bin alt, ich darf das. Und Kind ist total erstaunt und Schwupps haben wir ein neues Thema: Wer schreit schöner... laut ... lauter ... leiser ... noch viel leiser. ... Alles wieder gut dann.
Mir bekannte Blogger hören auf gegen Fremdenhass und Rassismus zu bloggen, weil sie und ihre Familien ganz konkret und real von rechten Arschlöchern bedroht werden. Und die Masse schweigt. Die Politiker verpissen sich oder instrumentalisieren die „besorgten BürgerInnen“  zur Erhaltung ihrer eigenen kleinen Pöstchen und Pfründe. Das treibt mich um. Dieses Kapitulieren. Auf der einen Seite kann ich es nachvollziehen, auf der anderen Seite schießen mir tausend Bilder durch den Kopf: Freunde, die im Iran starben; die Kämpfer aus Griechenland; das schweigende Zusehen beim Abschlachten in Ruanda oder in Sarajewo; die Toten in Palästina; damals die Menschen in Chile, heute in Syrien… und, und, und … so viele unterschiedliche Bilder … eine Flut von Menschen, die ich oft persönlich kannte, rast durch meinen Kopf … Menschen, die nicht aufgegeben hatten für ihre Überzeugungen laut und deutlich die Stimme zu erheben … wieder und immer wieder … und die mit ihrem Tod dafür bezahlten. Oh, es ist anmaßend, ich weiß. Ich gehöre zu der Generation, die eigentlich im eigenen Land bei freien Meinungsäußerungen nie mit ihrem Tod, meistens nicht mal mit körperlichen Verletzungen bedroht war. Ja, ich verstehe diese Angst und diesen Rückzug, wenn es um Familie und das eigene Leben geht. Das Leben. Aber, das Leben ist nicht so.  Nicht für die Mehrheit der Menschen auf er Welt. Da gehören Gewalt und Todesängste zum täglichen Brot. Ja, es macht Angst, wenn da so ein durchtrainierter Idiot sich vor einem aufplustert und du siehst in seinen Augen, dass er bereit ist dich zusammen zu schlagen und ihm dein Leben nicht einen Pfifferling wert ist. Ja, das macht Angst. … Aber, das Schweigen, dieses Schweigen aus Angst, das macht mir noch viel mehr Angst. So viel mehr.

Es ist nicht rund in mir. Noch nicht. Aber mein Bauch sagt mir, wider alle Vernunft, aufhören ist falsch. Ganz und gar falsch. 
Meine Unwörter des Tages: „sonst“ und „dann“. Sehr beliebt im Umgang mit Kindern: „Wenn du nicht sofort dies oder das, dann passiert dies oder jenes!“ oder „Du machst jetzt dies oder das, sonst passiert dies oder jenes!“  Aus pädagogischer Sicht die absolute Einbahnstraße, weil keine Einsicht ins verlangte Tun gefördert wird, sondern Angst vor Strafe die Motivation des Tuns sein wird. Aus psychologischer Sicht der Dünger für den pathologischen Gehorsam, die Wurzeln des Autoritären Charakters mit dem ganzen Rattenschwanz dran. Aus physikalischer Sicht unproduktiv, denn Druck erzeugt immer Gegendruck. Aus ganz individueller Sicht eine totale Überforderung mir merken zu müssen, was alles hinter dem „dann“ und „sonst“ folgte und für dessen direkte und konsequente Umsetzung zu sorgen.
Mir spontan einfallende Alternativen: Wenige!, immer wieder (selbst)kritisch überprüfte Regeln, über die, entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes, nicht diskutiert wird, da es zu einer rationalen Einsicht/Umsetzung gar nicht in der Lage wäre. Beispiel: "Die Straße überqueren wir Hand in Hand."
Durch Vorbild und Erzählungen/Geschichten erwünschte Verhaltensweisen interessant machen. Entsprechendes Verhalten, auch die kleinsten Schritte in diese Richtung, toll, klasse, wunderbar finden und das auch kommunizieren.
Sich überlegen, wie  durch eine mitwachsende Anpassung des gemeinsamen Lebensraums auf das kindliche Vermögen und seine Fähigkeiten eine Menge WennDannSonst einfach gar nicht auftreten können.
Sich  immer wieder die Fragen stellen: "Was (und vor allem warum) soll das Kind gerade lernen? Was lernt es jetzt wirklich?" Lernt es gerade eine neue Fähigkeit/wird im Gebrauch einer solchen ermutigt oder lernt es Gehorsam, Unterwerfung, Schuld?
Offen und kreativ die WennDannSonst Sätze einfach aus dem eigenen Sprachgebrauch streichen. Das macht richtig Spaß.
Heute Morgen im Freibad ist mir mal wieder aufgefallen, dass manche Erwachsenen einen Ton und eine Ausdrucksweise ihren Kindern gegenüber drauf haben, die ich mir von niemandem gefallen lassen würde. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Das ist so verletzend. Und ich stelle mir vor, wenn dies schon der normale Umgangston in einer doch recht entspannten freizeitvergnüglichen Situation ist, wie gehen die dann ab, wenn sie sich richtig ärgern. Das ist gruselig.
Ich liebe Keller. Ich war quasi von Geburt an ein Kellerkind. Im Keller hatte Opa seine Werkstatt und seine Rückzugsbasis. Im Keller wurde die Wäsche von den Frauen gewaschen. Im Keller lagerten die Vorräte für den Winter. Dort stand das Sauerkrautfass und der Apfelwein in der riesigen Korbflasche. Durchgangsstation zum Hinterhof mit Wiese, wo die Laken gebleicht und die Gänseblümchenkränze geflochten wurden. Spielplatz der Kinder im Winter, weil die Wohnungen für die Menge der Familienmitglieder viel zu klein waren... So viele Geschichten habe ich dort unten erzählt bekommen und so viele Abenteuer erlebt. Mein Ort der warmen und wohligen Erinnerungen.