Zuerst waren es Märchen und dann folgten schon recht früh
Science Fiktion und Fantasy Literatur. All diese Geschichten lehrten dem
kindlichen/jugendlichen Gemüte: Egal ob du ein Pfannkuchen, ein kleiner Junge,
ein hässliches Entlein, ein Einhorn, ein glupschäugiges Tentakelwesen, ein Roboter,
ein Drachentöter, ein Raumschiffpilot, eine Prinzessin, eine Lokomotive, ein Drache,
eine Königin, ein Monster, eine buntbestrumpfte Heldin, ein sternfangendes armes
Hascherl oder ein Stäubchen im weiten Weltall bist: Dein Schmerz, deine Freude,
deine Traurigkeit, dein Mut, deine Treue, deine Einsamkeit, dein Verlust, deine
Hoffnung, deine Angst, deine Beharrlichkeit, dein Suchen nach Liebe, Freundschaft,
Glück, deine ganze Gefühlswelt von A bis Z machen sich nicht fest an den Äußerlichkeiten,
der Herkunft, deinem Status oder sonstigem Quatsch. Sie gleichen sich. So fing
es wohl an mit meinem unverbrüchlichen Wohlwollen für alle Menschen und alle
Kreaturen. Jetzt bin ich fast sechzig Jahre alt und es hat sich nichts daran
geändert. Also kommt mir nicht damit, dass ich irgendjemanden nicht mögen oder
gar hassen sollte nur weil er irgendwie anders ist als ich. Ne, tut mir leid,
dafür bin ich nicht geschaffen. Dafür ist keinen Raum in mir, denn dort tummeln
sich immer noch die verrücktesten Wesen aus meiner Kinder- und Jugendzeit in vergnüglich
stiller Eintracht. Und das ist gut so.
Zuerst waren es Märchen und dann folgten schon recht früh
Science Fiktion und Fantasy Literatur. All diese Geschichten lehrten dem
kindlichen/jugendlichen Gemüte: Egal ob du ein Pfannkuchen, ein kleiner Junge,
ein hässliches Entlein, ein Einhorn, ein glupschäugiges Tentakelwesen, ein Roboter,
ein Drachentöter, ein Raumschiffpilot, eine Prinzessin, eine Lokomotive, ein Drache,
eine Königin, ein Monster, eine buntbestrumpfte Heldin, ein sternfangendes armes
Hascherl oder ein Stäubchen im weiten Weltall bist: Dein Schmerz, deine Freude,
deine Traurigkeit, dein Mut, deine Treue, deine Einsamkeit, dein Verlust, deine
Hoffnung, deine Angst, deine Beharrlichkeit, dein Suchen nach Liebe, Freundschaft,
Glück, deine ganze Gefühlswelt von A bis Z machen sich nicht fest an den Äußerlichkeiten,
der Herkunft, deinem Status oder sonstigem Quatsch. Sie gleichen sich. So fing
es wohl an mit meinem unverbrüchlichen Wohlwollen für alle Menschen und alle
Kreaturen. Jetzt bin ich fast sechzig Jahre alt und es hat sich nichts daran
geändert. Also kommt mir nicht damit, dass ich irgendjemanden nicht mögen oder
gar hassen sollte nur weil er irgendwie anders ist als ich. Ne, tut mir leid,
dafür bin ich nicht geschaffen. Dafür ist keinen Raum in mir, denn dort tummeln
sich immer noch die verrücktesten Wesen aus meiner Kinder- und Jugendzeit in vergnüglich
stiller Eintracht. Und das ist gut so.
In Syrien tummeln sich nun Assads Truppen, diverse syrische
Rebellen, der IS, die Russen, Amerikaner, die Türkei, die Kurden, Turkmenen,
der Irak, der Iran, Saudi Arabien, Schiiten und Sunniten, Franzosen, Briten …
hab ich wen/was vergessen? Bestimmt. Ach ja, die Deutschen wollen da jetzt auch
noch mitmischen. Für was? Für wen? Mit welchen Zielsetzungen? Blicken die da
überhaupt noch wer da mit wem und gegen wen und wofür? Manchmal denke ich, das ist
lediglich der abstruse Abenteuerspielplatz für WaffenHerstellerHändler und
ausgerastete Militärfreaks. So einfach ist es natürlich nicht, ich weiß. Aber egal,
würde ich da wohnen und mir gingen die nebulös verquasten Zielvorstellungen all
dieser Spielteilnehmer am Arsch vorbei, dann würde ich auch zusehen, dass ich
von da so schnell wie möglich weg käme.
„Frau Müller, Sie haben in den letzten Jahrzehnten immer
wieder mal geschrieben „Das Leben ist
schön!“. Würden Sie das heute, angesichts der aktuellen politischen Lage
weltweit und im eigenen Lande, immer
noch sagen?“
„Ja natürlich sage, denke und fühle ich das heute noch
genauso. Gerade heute. Ich habe nie behauptet, dass das Leben an sich in und
auf dieser Welt ein ausschließlich kuscheliges sei. Schmerz, Leid, Enttäuschungen,
Verluste, Unsägliches – jeder Mensch wird damit im Laufe seines Lebens in der
einen oder anderen Weise konfrontiert. Und lernt, so oder so, damit umzugehen. Das
Leben nicht zu feiern und wunderschön zu finden wäre Verrat an all den Menschen,
die sich trotz all dem Mist, der Not, dem Unrecht, dem Elend immer wieder
voller Hoffnung dagegen auflehnen, weiter machen, tanzen und singen und lieben,
die Tag für Tag aufs Neue um ihre eigene Menschlichkeit ringen, um dann wieder
und wieder dem Nächsten über alle Grenzen, allen Vorurteile, allem „Das macht
man nicht, das darf man doch nicht!“ hinweg einfach die Hand zu reichen. Und
diese Menschen gibt es ja. In jedem Land, an jedem Ort, zu jeder Zeit in dieser
bekloppten Welt gibt es sie. Und es sind nicht wenige. Ganz im Gegenteil.“
„Na ja, das klingt jetzt aber sehr optimistisch. Überall
lesen und hören wir von Mord und Todschlag, von Korruption, von Ausbeutung, von
Kriegen, von Umweltzerstörungen und vielem mehr. Sind Sie nicht ein wenig
blauäugig mit Ihrer Haltung, Frau Müller?“
„Klar, wir lesen darüber und hören davon. Jeden Tag. Die Meldungen
überschlagen sich. Eine reißerischer als die andere. Und ja, all das gibt es. Viel
zu viel davon und viele stecken mittendrin. Und? Dann geh ich raus und schau
mich um in der realen Welt. Und dann sehe ich, wenn ich es denn will, in all
dem Dreck immer und überall auch den einzelnen Menschen, der ohne groß
nachzudenken, einem anderen Menschen hilft, beisteht, begleitet für eine Weile.
Der teilt und abgibt ohne aufzurechnen. Der Zeit verbringt mit Tun und Machen,
ohne an den materiellen Lohn auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Der nicht
protzt damit und sich nicht dafür ins Rampenlicht drängelt. Der einfach nur
macht. Aus dem Bauch heraus. Einfach so. Weil es sich gut und richtig für ihn
anfühlt. Und ich sehe diesen Menschen und seine Herkunft, seine politische
Haltung, seine Religion sind mir in diesen Augenblicken sowas von völlig egal
und unwichtig. Es gab und gibt sie überall. Ich meine wirklich überall. Das hat
mich das Leben nämlich in den letzten Jahrzehnten gelernt. Und deshalb sage ich
auch in diesen Zeiten, trotz und gerade und erst recht: Das Leben ist schön.
Punkt.“
„Hat Frau Müller eine Idee, wie man die IS zu normalen
Menschen umfunktioniert?“
„Die kann man nicht umdrehen. Psychopathen kann man nicht
therapieren. Aber man kann sie kalt stellen. Wenn man denn wirklich will. Dreht
ihnen den Geldhahn ab, kauft nicht ihr Öl, liefert ihnen keine Waffen, keine
Nahrungsmittel, betreibt überhaupt keinen Handel mit ihnen. Ächtet sie überall
auf der Welt und durch alle Staaten. Und durch alle Religionsgemeinschaften.
Alle. Und nehmt die Mitglieder, die ihr kennt, und die jeweiligen
Staatsschützer kennen so viele von ihnen, und steckt sie ins Gefängnis. Und die
V-Leute gleich dazu. Oh, wieso kann man die festnehmen, die haben ja noch
keinen umgebracht? Ne, aber man kann sie festsetzen wegen Volksverhetzung,
Bildung einer terroristischen Vereinigung, wegen illegalen Waffenhandel/besitz
und meinetwegen auch wegen Steuervergehen oder sonst was. Wenn man wollte
könnte man sie zum Schutz und zum Selbstschutz festnehmen. Wenn man denn
wollte, könnte man dies alles schon seit langer Zeit tun.“
Oh, eine neue Headline: „Der oder jener Terrorist ist tot!“.
Hurra. Am besten noch mit Bilder von der Leiche. Oder gar mit Selfies von
denjenigen, die ihn getötet haben. Hurra! Hurra! Ganz bekannt. Ganz widerlich. Egal
von welcher Seite und für welche der gerade angesagten Wahrheiten von irgendwem
auf der Welt. Mir wird schlecht. Genauso schlecht wird mir, wenn ich
Kriegsdokumentationen anschaue. Ich bin dann gar nicht in der Lage, die
Verstümmelten, die Toten, die Verletzten, die Traumatisieren, die an den Waffen,
den Maschinen, denn Drohnen-Bildschirmen irgendeiner richtigen oder falschen,
einer guten oder bösen Seite zuzuordnen. Mir ist nur schlecht. Und ich weine um
sie alle. Und in meinem Kopf krabbeln kleine, lachende Kinder herum. Kinder, die freundlich
sind, offen, neugierig, so voller Vertrauen. Was muss man ihnen angetan haben
und was tut man ihnen noch an, so dass nun aus ihnen Schlächter und Geschlachtete
wurden. Es ist so unsäglich unfassbar. Und ich sehe da kein auch nur irgendwie
sich selbst rechtfertigendes Recht oder Unrecht. Ich sehe nur Ströme von Blut
und Leid und Elend. Ich will das nicht. Ich will das einfach nicht. Weder aus
diesem, noch aus jenem Grunde, weder in meinem Namen, noch im Namen irgendeines
Guten Zieles, noch im Namen irgendeines imaginären Menschengottes. Ich will es nicht.
Ja, wir sind sehr gerne gute Menschen und wenn es uns mal
nicht ganz gelingen sollte, weil das Leben uns ermüdet oder der Irrsinn der
Welt uns beutelt, dann halten wir inne, holen tief Luft und unterstützen uns
gegenseitig. Dann machen wir uns wieder auf den Weg. Ein guter Mensch zu sein -
das ist der einzige Sinn des Lebens. Denn es bedeutet glücklich zu sein trotz
all dem Elend und dem Dreck. Und das lehren wir unsere Kinder. Und ja, das
macht manchen Menschen eine unsägliche Angst. So viel Angst, dass sie um sich
beißen müssen und ihre eigene Menschlichkeit schreddern. Das tut mir leid. Doch
damit hat es sich. Kein Fußbreit für Rassisten, Kriegstreiber und
Menschenverachter. Punkt
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